Hausaltar
Berchtesgaden, 17. Jahrhundert
Bein, Papier, Glas, Holz
Originales Holzetui
H 43,5 cm, B 21 cm, T 12 cm

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Der seltene Hausaltar von musealer Qualität ist im 17. Jahrhundert in Berchtesgaden entstanden. Hier verbinden sich traditionelle ortstypische Handwerkskunst mit kostbarem Material, gelebter Alltagskultur und persönlichem Glauben. En miniature erinnert dieser Hausaltar im Aufbau an große, kirchliche Altäre und unterstützte so die Fürbitte im eigenen Heim. Das typische Futteral des Altars, das sich bei diesem Stück original erhalten hat, diente nicht nur der Aufbewahrung, sondern schützte zugleich den fein geschnitzten Altar während des Transports.
Die Esterhàzy-Schatzkammer auf Burg Forchtenstein besitzt bis heute zwei Altäre des gleichen Typs, bei einem der beiden ist ebenfalls das mit Marmorpapier ausgekleidete Futteral erhalten. Hier findet sich der für Berchtesgaden zu Ende des 17. Jahrhunderts typische Dekor, wie er nicht nur bei Hausaltären, sondern auch bei Kabinettschränkchen und Truhen in Miniaturformat zu sehen ist. Die ortsansässigen Handwerker fertigten Einzelteile mehrfach, wie beispielsweise kleine Säulen, die dann in unterschiedlichen Objekten zum Einsatz kamen. So finden sich Versatzstücke dieses Altars auch in den Exemplaren der Esterhazy-Schatzkammer.  
Bei vorliegendem Werk sitzt anstatt des gemalten Altarblatts, wie es sich bei den Altären in der Esterhazy-Schatzkammer findet, ein geschnitztes Zapfen-Früchte-Bukett auf geprägtem Papier, ein sich wiederholender und das Objekt maßgeblich prägender Dekor. Auf der Platte der Mensa befindet sich zudem ein Kruzifix umgeben von kleinen Leuchtern und Blumen. Wie auch die restlichen fein gearbeiteten Bein-Schnitzereien hat er sich trotz seiner Fragilität erstaunlich gut erhalten.

Publiziert in: Raum für Objekte - Ariane Laue Kunsthandel, Kat.V - Nr. 31, München 2017