Ecorché
Deutsch, um 1850
Gips, Papiermaché
Glaskasten
Bezeichnet Taf. III
H 38,5cm, B 26 cm

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Das Écorché ist eine Darstellungsform, bei der das Augenmerk auf Körperbau und Muskulatur liegt – die Haut wird dem Körper gewissermaßen abgezogen. Solche Darstellungen dienten als Vorstudie oder Übungsmodell für Künstler, die durch die Anfertigung eines Écorchés – ob Zeichnung, Gemälde oder Plastik – nicht nur ihre künstlerischen Fähigkeiten, sondern auch ihre anatomischen Kenntnisse unter Beweis stellten. Oftmals finden sich deshalb Écorchés auf Atelierbildern oder Selbstportraits, ähnlich der Gliederpuppe verdeutlichen sie als Attribut den Beruf des Dargestellten sowie sein künstlerisches Selbstverständnis. Gleichermaßen dienten sie als Studienobjekt für angehende Mediziner – bis heute sind sie ein wichtiges Lehrmittel.
Auch das vorliegende Ecorché ist, trotz seiner ästhetischen Gestaltung, durch die Bezeichnung einzelner Details klar als Lehrmittel ausgerichtet. Im Halbrelief gearbeitet zeigt es einen Mann von hinten, bei dem nicht nur die Muskeln, sondern auch in Teilbereichen das Skelett freigelegt ist. Ein mit Taf.III bezeichnetes Papieretikett zeigt, dass vorliegende Darstellung Teil einer Serie von Ecorchés war, die vermutlich den menschlichen Körper aus unterschiedlichen Perspektiven zeigten.

Publiziert in: Raum für Objekte - Ariane Laue Kunsthandel, Kat. IV - Nr. 4, München 2016